Was sind diese ganzen Abkürzungen nun?

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In diesem Part erfährst du in einfacher Sprache was dApps, DeFi und eine DEX sind/ist und warum wir diese brauchen.

Themen übersicht
  • Was sind dApps?
  • Was ist DeFi?
  • Was ist eine DEX?
  • Wie dezentral ist das?
  • Welche Vorteile bringt dies alles?

Was du lernen wirst

  • Du kannst kurz erklären was diese Abkürzungen bedeuten.
  • Du kennst die Vorteile dieser Technologie und kannst dies anderen erläutern.
  • Du kannst Projekte nach ihrem Grad an Dezentralisierung unterscheiden und miteinander vergleichen.

Die Abkürzung dApp steht für decentralized Applications. Dies sind Applikationen welche wichtige Informationen dezentral über ein Peer-to-Peer Netzwerk speichern. Aber, wie es der Name eigentlich vermuten lässt, ist die App selber nicht dezentral gespeichert und wird auch meistens von einer zentralen Entität entwickelt.

dApps in diesem Sinne bedeutet nur, das wichtige vom Nutzer generierte Daten dezentral über ein Netzwerk gespeichert werden.

Die Abkürzung DeFi steht für decentralized finance zu deutsch also Dezentralisierte Finanzen. In dieser Kategorie finden sich die „Finanzdienstleister“ und ähnliche Anbieter wieder, welche Ihre Technologie komplett oder in wesentlichen Teilen dezentral aufgebaut haben.

Aktuell sehr bekannte Erscheinungsformen sind gewisse Börsen (DEX), NFT-Marktplätze oder auch Kreditmarktplätze. Meistens erstellen diese Plattformen eigene Token, mit welchen auch Stimm- oder auch Nutzungsrechte einhergehen. Manche Plattformen entscheiden sich auch dafür, dies komplett auf einer eigenen Blockchain zu hosten.

Die Abkürzung DEX steht für decentralized exchange. Dies ist also eine dezentral organisierte Börse zum Handeln von digitalen Assets. An sich gehört eine DEX auch in den DeFi-Bereich, da Börsenplätze zu den Finanzdienstleistern zählen.

Es gibt in diesen Bereichen unterschiedliche Grade an Dezentralisierung. So reicht die Spannweite von „Es werden nur einige wenige aber wichtige Daten dezentral gespeichert“ bis hin zu „Das gesamte Projekt, Entwicklerteam und Governance ist/sind dezentral aufgebaut und strukturiert.“

Bei jedem Projekt muss individuell begutachtet werden, welche Komponenten nun wirklich dezentral sind oder nicht. Da kann in der aktuellen Marktlage auch keine allgemein gültige Aussage getroffen werden.

Es können Projekte aber in 3 Kategorieen eingeordnet werden:
Zentrales System
Dezentrales System
Distributes System

Das zentrale System ist das uns bekannteste System. Alle Daten und Abläufe werden von einem zentralen Server bzw. einer zentralen Entität gesteuert.

Ein dezentrales System ist ein neueres und immer mehr eingesetztes System. Die Hauptdateien werden auf einem Server gespeichert. Danach gibt es weitere Server die diese Daten abrufen un kopieren. Nun kann der Endnutzer von jedem dieser Server die Daten abrufen.
Dieses System wird meistens für Internetseiten benutzt, wo es Content-Delivery-Network (CDN) genannt wird. Dort werden für wichtige Regionen (USA, Europa, Asien, Afrika) eigene Server eingerichtet die den einen Hauptserver imitieren und vor Ort als „Ansprechpartner“ gelten.

Ein distributet System ist ein System wo es keine zentrale Entität mehr gibt. Das ist der Fall bei der Kryptowährung Bitcoin. Es gibt dort sehr viele verschiedene Nutzer und auch Entwickler, die das System nutzen, entwickeln und betreiben. So kann keinem eine absolute Macht zugeschrieben werden und es kann auch nicht gesagt werden, dass ein einzelner Anbieter die Server betriebt.

Sind wichtige Apps, Programme oder Dienstleister dezentral aufgebaut dann verändert dies das System wie diese funktionieren. Nicht außer acht zu lassen ist, dass wir uns hier komplett im digitalen Bereich bewegen, wodurch die Bürokratie sowieso immens abnimmt.

Ein dezentral organisiertes Governance-System erlaubt es große Projekte und Dienstleister weitesgehend zu demokratisieren, wodurch es auch weniger wahrscheinlich ist, dass Führungskräfte korrupt werden, da es schlichtweg kaum bis keine Führungskräfte mehr gibt.

Das grundsätzlich die meisten Komponenten Open-Source sind, unterliegt das System einem dauerhaften öffentlichem Sicherheits-Audit. Wenn sich innerhalb eines Unternehmens/Projekts oder einer Anwendung Fehler entwickeln oder sogar systematisch illegale Tätigkeiten betrieben werden, dann ist dies der Öffentlichkeit sofort zugänglich, ersichtlich und es gibt auch automatisch Beweise dafür. Dadurch wird bei 100% Open-Source auch die Kriminalitätsrate gesenkt und die Sicherheit erhöht.

Wenn wichtige Daten ausreichend gesichert dezentral gespeichert werden, kann dies auch die Sicherheit der Daten erhöhen. Ausreichend gesichert meint verschlüsselt und partitioniert. Sollten Datensätze nun auf dieser Weise dezentral gespeichert werden, ist eine Manipulation bzw sogar Diebstahl stark erschwert, wenn nicht sogar unmöglich.

Natürlich muss aber auch erwähnt werden, dass trotz der ganzen Vorteile es auch Nachteile gibt. So ist die Meinungsfindung bei einem 100% dezentralen Governance-Modell verlangsamt, da es eben keine Führungskraft gibt die endgültig entscheiden kann. Ein 100% Open-Source gespeichertes Projekt, kann natürlich sehr einfach kopiert werden, wodurch Funktionen, Systeme und administrative Regeln einer verstärkten Wirtschaftsspionage unterliegen. Das dezentrale gesicherte Speichern von Daten hat dann eben das Problem, dass die Abrufzeit dieser Daten verlängert wird bzw. das System stärker belastet wird, da nicht nur ein Datensatz von dem zentralen Server abgerufen wird, sondern sehr viele Datensätze von unterschiedlichen Servern.