Kryptowährungen

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In diesem fortlaufenden Kurs erkläre ich euch alles rund um Kryptowährungen. Geschichtlich, Technisch wie auch funktionell.

Themen Übersicht
  • Die Entstehung von Kryptowährungen
  • Bitcoin
  • Satoshi Nakamoto
  • Altcoins
  • Die „Generationen“ von Kryptowährungen
  • Akzeptanz und Nutzen
  • Vorteile ggü. normalem Geld
  • Cardano (ADA)
  • Technische Funktionsweise

Was du lernen wirst:

  • Du wirst wissen wie Kryptowährungen entstanden sind.
  • Du kannst erklären wie sich die Kryptowährungen von einander unterscheiden.
  • Du kannst anderen den Nutzen und die Vorteile von Kryptowährungen erklären.

Erfunden wurde die Blockchain und die erste Kryptowährung von Satoshi Nakamoto. Öffentlich erwähnt wurde die Technologie in seinem Whitepaper im Oktober 2008. Zeitlich hat dies einen Zusammenhang mit der Weltfinanzkrise von 2007-2008 und Satoshi Nakamoto hat in dem Genesis-Block von Bitcoin (Genesis-Block = Der aller erste Block einer Blockchain) auch eine politische Nachricht versteckt. Der Genesis-Block verweist auf einen Artikel in der Times, in welchem der britischen Regierung vorgeworfen wird nicht richtig auf die Finanzkrise reagiert zu haben.

Bitcoin hat das Licht der Welt im Januar 2009 erblickt. Seit diesem Zeitpunkt gibt es auf der Welt Kryptowährungen und es wurden jeden Tag mehr. Es werden immer mehr, da Bitcoin Open-Source ist und keinem Urheberrecht unterliegt. Diese Technologie ist ein Geschenk an die Menschheit gewesen.

Es muss gesagt werden, dass Satoshi Nakamoto nicht der erste war, der versucht hat eine Kryptowährung zu erschaffen. Bereits 1998 wurde von Wei Dai ein Papier veröffentlicht wo die Idee einer digitalen Währung beschrieben wurde. Bis zum Bitcoin gab es aber immer ein technisches Problem: Das „double spending“ Problem, welches ein grundlegendes Problem des Internets ist bzw. war. Die Funktionsweise des Internets ist, dass wenn eine Datei von A nach B soll immer eine Kopie versendet wird und das Original beim Absender bleibt. Wenn wir diese Funktionsweise auf unser Geld anwenden stehen wir vor dem Problem, dass wenn Geld beim versenden kopiert, das versendete Geld keinen Wert hat.

Dieses Problem wird in unserem traditionellem Finanzsystem dadurch behoben, dass eine zentrale Autorität, in der Regel die Bank, ein Buch darüber führt wem welches Geld zusteht. Dieses Buch wurde im Falle von Kryptowährungen bzw. der Blockchain digitalisiert und dezentralisiert um es schneller zu machen und man keiner zentralen Bank vertrauen muss. Mehr dazu im Kurs Blockchain.

Um dieses System der Blockchain noch funktionaler, schneller und stabiler zu gestalten wurden immer mehr neue Kryptowährungen programmiert. Dazu aber später mehr.

Satoshi Nakamoto ist der berühmt Erfinder der Blockchain und von Bitcoin. Wir müssen aber erwähnen, dass dieser Name nur ein Pseudonym ist. Die wahre Identität dahinter wurde bisher nie gelöst. Viele Menschen haben zwar behauptet die Erfinder dahinter zu sein, konnten aber nie genügend Beweise dafür vorlegen.

So wurden unter anderem von dem amerikanischen Magazin Newsweek im März 2004 behauptet, dass Dorian Nakamoto der Gesuchte Mann ist. Dieser legte aber öffentlichen Widerspruch ein und verklagte sogar das Magazin.

Anfang Mai 2016 behauptete der Unternehmer Craig Steven Wright der Satoshi Nakamoto zu sein, konnte aber nie überprüfbare Beweise vorlegen und die angeblichen Beweise die er vorgelegt wurden, hatten sich als Fälschungen herausgestellt.

Öffentlich glauben viele, dass ein gewisser Dave Kleimann der Erfinder von Bitcoin sei, da er sehr viel Expertise auf dem Gebiet der Informationssicherheit hat und 2013 starb. Da vermutlicher Weise seit 2014 die Satoshi Nakamoto E-Mail Adresse bei dem Anbieter GMX einer anderen Person zustand und GMX inaktive E-Mail nach einem Jahr löscht würde dies zeitlich passen. Da er aber an einer MRSA-Infektion verstarb kann das nicht mehr überprüft werden.

Es wird auch geglaubt, dass ein Herr Hal Finney unser gesuchter Mann ist bzw. Bitcoin zumindest mitentwickelt hat. Der Grund für diese Annahme ist, er der erste Empfänger einer Bitcoin Transaktion überhaupt war. Er selber bestritt bis zu seinem Ableben im Jahr 2013 aber energisch Satoshi Nakamoto zu sein.

Ein weitere vielversprechender Kandidat ist Len Sassamann, er war ein bekannter IT-Security-Experte und 2 Monate vor seinem Tod wurde die letzte Nachricht von Satoshi Nakamoto veröffentlicht, wodurch auch hier ein zeitlicher Zusammenhang besteht. Seine Texte waren auch in der selben britischen Sprache geschrieben wie die von Satoshi Nakamoto. Da auch sein Nachruf in die Blockchain eingebettet wurde, ergibt sich zumindest eine Verbindung zu den anderen Bitcoin-Entwicklern.

Die Identität hinter Satoshi Nakamoto kann wohl schlussendlich nicht vollständig geklärt werden, auch weil er nicht sich selber sondern seine Kryptowährung in das Zentrum stellen wollte.

Die von Satoshi Nakamoto erfundene Kryptowährung trägt den Namen Bitcoin (BTC). Das Netzwerk dahinter heißt in diesem Falle sogar auch Bitcoin. Das erstemal wurde das Konzept vom Bitcoin in seinem Whitepaper 2008 erwähnt. Im Jahr 2009 wurde der erste Block geschrieben und somit ging das Bitcoin Netzwerk live.

Der Bitcoin ist seit diesem Zeitpunkt die unangefochtene Nummer 1 unter allen Kryptowährungen und hat sich durch verschiedenen Faktoren den Spitznamen „digitales Gold“ erarbeitet. Das Bitcoin Netzwerk nutzt den Proof of Work Konsens, es muss also mit Rechenleistung in Vorleistung gegangen werden. Da es die aller erste funktionierende Kryptowährung war, wird Bitcoin der 1. Generation zugeordnet, dazu aber später mehr.

Die kleinste Einheit eines Bitcoins ist ein Satoshi. 100.000.000 Satoshis sind ein Bitcoin somit ist 1 Satoshi ganze 0,00000001 Bitcoin. Wir können also 1 Bitcoin in hundert Millionen kleinere Teile unterteilen.

Der Bitcoin lebt mit einer sehr großen Community ist zum jetzigen Stand auch die wertvollste Kryptowährung nach Marktkapitalisierung. Auch ist es die Kryptowährung die aktuell die meiste Akzeptanz besitzt, wobei gewisse Altcoins in Naher Zukunft Bitcoin vom Thron stoßen könnten.

Altcoins sind prinzipiell alternative Coins zum Bitcoin. Jeder Kryptowährung außer der Bitcoin ist also ein Altcoin. Es gibt sehr viele Altcoins die dem Bitcoin sehr ähnlich sind und nur wenige Parameter leicht verändert wurden, so zum Beispiel Bitcoin-Cash wo der Block-Intervall verringert und die Blockgröße erhöht wurde. Einige Altcoins verändern Ihre Funktionweise sehr stark, so gibt es Kryptowährungen die auf einen anderen Konsensmechanismus setzen und wieder andere Kryptowährungen die gar keine Blockchain benutzen.

Zum jetztigen Zeitpunkt gibt es weit über 2000 Kryptowährungen, wobei jedoch nur sehr wenige eine wichtige Rolle spielen. So sind die wichtigsten Altcoins aktuell Ether, Dogecoin, Ada, USD-Tether und BNB.

Kryptowährungen werden sehr gerne in unterschiedlichen Generationen unterteilt. Dies ist wichtig, da der Technische Stand an diesen Generationen gemessen wird.

Die erste Generation ist der Bitcoin und jede Kryptowährung die dieser sehr ähnlich sind. Meistens nutzen diese das Proof of Work System und können nur Transaktionen ausführen.

Die zweite Generation wurde mit Ethereum eingeläutet und den Smart-Contracts. Hier konnten sogesehen digitale Verträge geschrieben werden. Durch diese Verträge können auch NFTs erschaffen und einfache Finanzkonstrukte abgebildet werden.

Die dritte Generation geht die Skalierbarkeit an. Ein großer Kandidat hier ist Cardano mit Ada.
In dieser Generation werden der Code und die Technik so verändert, dass eine sehr große Anzahl an Transaktionen verarbeitet werden kann ohne dem System zu schaden. Außerdem wird dass Programm darauf ausgelegt, dass eine Massenadaption geschehen kann ohne, dass das System Probleme bekommt.

Die Akzeptanz in Deutschland von Kryptowährungen steigt immer mehr. Zumindest für Bitcoin steigt diese rasant. So gibt es bereits heute schon Kreditkarten wo ich mit Kryptowährungen bezahlen kann, ich kann mir bei bestimmten Lieferdiensten mir Essen liefern lassen und mit Bitcoin bezahlen, ich kann an sogar an einen Verein für Umweltschutz Bitcoin spenden und ich kann sogar mir bereits Reisen und Urlaubspakete bei einem Online-Anbieter mit Bitcoin kaufen. Wir können also unterm Strich sagen, dass wir in vielen Lebensbereich bereits Bitcoin verwenden können.

Sollten Kryptowährungen der dritten Generation sich durchsetzen und vollständig entwickelt sein, könnte es sehr viele weitere Akzeptanzstellen in Deutschland geben. Dies wird aber die Zeit uns erst zeigen.

Jedenfalls sind für viele Anbieter mit Bitcoin einige Nutzen verknüpft, zum einen sind die Transaktionskosten im Vergleich zum traditionellen Finanzsystem sehr günstig und um ein vielfaches schneller. Außerdem sind die Einstiegshürden um einiges geringer, so muss ein Geschäftskunde für ein traditionelles Kartenterminal einen Vertrag mit seiner Bank schließen, ein Terminal kaufen und eine monatliche Grundgebühr bezahlen. So die Hürden bei Kryptowährungen niedriger, wo in den meisten Fällen nur ein Account bei einem Transaktionsanbieter benötigt wird.

Wenn wir nun auch in einem größeren Bereich denken, so sind im Globalen Handel Kryptowährungen ein starker Vorteil. Bisher wird über komplizierte Finanzgeschäfte wie Dokumenteninkasso der globale Handel durchgeführt. Diese Auslandsgeschäfte sind sehr teuer, aber bieten grenzüberschreitende sichere Möglichkeiten. Da Kryptowährungen im Internet angesiedelt sind und keine Grenzen kennen, sofort beim Empfänger sind und unumkehrbar sind ermöglicht dies einen sicheren weltweiten Handel ohne über viele Korrespondenzbanken zu gehen.

In dem vorherigen Text sind bereits einige Vorteile aufgezählt, aber hier nochmal kurz zusammengefasst:

  • Fälschungssicher
  • Schnell (Instant-Payment ohne Zusatzgebühren)
  • Ohne geographischen Grenzen
  • keine staatliche Manipulation möglich
  • kostengünstiger
  • geringere Einsteigshürden
  • keine Drittparteien eingebunden

Ich persönlich muss sagen, dass Cardano eine sehr wichtige Rolle spielt bzw. spielen wird. Deswegen gebe ich hier diesem speziellen Projekt einen extra Raum.

Cardano ist ein Projekt welches in der dritten Generation von Kryptowährungen angesiedelt ist. Es benutzt den Proof of Stake Konsens (ich muss die eigene Währung als Sicherheit hinterlegen) und geht die Probleme der Skalierbarkeit an. Durch das PoS Konsensmodell ist diese Kryptowährung auch sehr Umweltschonend, da nicht soviel Computer bzw. Rechenleistung benötigt wird.

Zum aktuellen Stand ist Cardano noch in der Entwicklung und wird bald Smart Contracts unterstützen.

Das Team Rund um Cardano ist sehr hochkarätig und kann einiges an Erfahrungen vorweisen. So ist Charles Hoskinson, der Gründer von Input Output Global (Eines der drei Unternehmen hinter Cardano) auch ehemaliger Mitbegründer von Ethereum gewesen.

Dieses Projekt ist auch sehr positiv zu betrachten, da es jegliche Technologie oder Implementierung wissenschaftlich erforscht und von anderen Experten prüfen lässt, sodass nach aus wissenschaftlicher Sicht immer nur positive Entwicklungsschritte macht. Dadurch verschieben sich aber Implementierungen auch regelmäßig und es dauert alles etwas länger als ein Start-Up es machen könnte.

Cardano ist auch das erste Projekt welches eine wirkliche Adaption erfährt. Es wurde ein Vertrag mit der Äthiopischen Regierung geschlossen, dass deren Bildungssystem auf der Blockchain von Cardano laufen soll. Die Applikation dafür ist Atala PRISM, ein Programm welches Identitäts und Zertifikate auf der Blockchain speichern und transferieren kann.

Um die technische Funktionsweise zu verstehen ist es wichtig, dass du dir das Thema Blockchain bereits vollständig durchgelesen hast.

Auf der Blockchain werden die Guthaben von jedem Konto gespeichert. Dies ist auch alles öffentlich einsehbar. Jedoch kann nur derjenige der die Schlüssel für diese Guthaben hat diese auch verwenden. Man kann es wie eine gläserne Schatztruge sich vorstellen. Jeder kann sehen wieviel in dieser Schatztruhe enthalten ist, aber nur derjenige mit dem passenden Schlüssel kann diese öffnen.

Wenn ich nun eine Überweisung senden möchte gibt es einige sehr technische Wege. Aber ganz einfach: Du hast das Programm, also die Wallet für z.B. Bitcoin geöffnet und gibst dort alle nötigen Informationen ein. Wieviel möchtest du senden und wohin. Wenn du alles eingegeben hast und es richtig ist klickst du auf senden und bestätigst die Transaktion. Im Hintergrund passiert jedoch viel mehr:

Auf deinem Computer wird mit dem Klick zum Bestätigen eine Art Datei generiert. Stell es dir wie ein klassischen Überweisungsbeleg vor. Von wo, nach wo und wieviel. Damit der Überweisungsbeleg akzeptiert wird musst du auf diesem Unterschrieben und der Bank einreichen. Ähnlich ist es bei der Blockchain: Du füllst eine Datei mit den Details aus und signierst diese mit deinem privaten Schlüssel (Unterschrift) und wirfst diese in die Blockchain. Wie bei unserem IBAN System, gibt es bei den Adressen auch Prüfziffern und öffentliche Schlüssel, sodass eine Veränderung des Empfängers die Transaktion ungültig werden lässt.

Wenn diese Transaktion in der Blockchain schwirrt, versuchen die Miner oder Stake Pools diese Transaktionen in Pakete zu schnüren. Stell dir vor du legst 10 Briefe in ein Paket. Sobald dieses Paket geschnürt und verifiziert wurde ist es in der Blockchain fest verankert und die Kontostände ändern sich. Diese Änderung der Blockchain wird dann im Netzwerk verteilt, jeder Knotenpunkt prüft diesen Block einmal kurz gegen und verteilt diesen, sofern er richtig war, weiter an andere Knotenpunkte. So ist der vereinfachte Werdegang einer Transaktion.

Smart Contracts sind noch etwas spezieller und agieren wie ein Treuhänder. Jede Variable in diesem Contract wurde programmiert und kann nur so ausgeführt werden, deswegen ist es auch wichtig, dass es vertrauensvolle Anbieter sind die wissen was die programmieren! Es kann z.B. dem Vertrag gesagt werden, dass du Geld hinterlegen muss, sofern die volle Kaution hinterlegt ist gibt der Verkäufer seinen NFT in den Vertrag. Wenn der Vertrag dann den NFT hat kann er das Geld auszahlen und dem Käufer seinen NFT geben. Aus Sicht der Blockchain sind nur 2 Transaktionen passiert, der Geldfluss und der Weg vom NFT.